Und nun, in unserem 2. Teil unserer Facebook Serie (den ersten findet Ihr hier) zu den ganz praktischen Fragen der Facebook Nutzung:
Lohnt sich das für mich? Kostet es nicht zu viel Zeit?
Natürlich kann man einen Großteil seiner Zeit hier verbringen – man kann sie aber auch Sinn bringend und Wert stiftend nutzen. Dabei ist weniger Facebook dafür verantwortlich, sondern der individuelle Nutzer. Wie überall in sozialen Netzwerken gilt: Je mehr ich mich einbringe, desto mehr erhalte ich auch zurück. Wer viel interagiert, wird viel gesehen. Denn Facebook sortiert die Beiträge (und sogar persönliche Nachrichten) für uns vor, ob wir das möchten oder nicht. Um alle Beiträge zu sehen, muss man rechts oben auf sortieren gehen und dort:
Neueste Meldungen statt
Hauptmeldungen auswählen. Unsere Experten sind der Frage nachgegangen,
ob Facebook süchtig macht.
Gebe ich nicht viel zu viel von mir preis und bringe ich mich in Gefahr?
Natürlich sollte man sich gut überlegen,
was man wo einträgt oder schreibt. Gesunder Menschenverstand und eine sorgfältige Einstellung und regelmäßige Überprüfung der eigenen
Privatsphäre ist der erste Schritt.
Immer wieder kursiert das Gerücht, dass man sein Profil nicht löschen kann.
Liest Facebook die eigenen privaten Nachrichten aus und die verkauft die Daten?
Mal abgesehen von der Tatsache, dass dies rein theoretisch denkbar wäre, halte ich diese Nutzung, insbesondere europäische Mitglieder betreffend, für höchst unwahrscheinlich. Mitglieder gestehen aber mit Akzeptanz der
AGB bestimmte Rechte zu (Inhalte wie Fotos und Videos). Meiner Einschätzung nach verkauft der blaue Riese die Daten der Deutschen nicht – wenngleich dafür sicher niemand die Hand ins Feuer legen würde. Facebook wird nicht alle zugestandenen Rechte nutzen: Planloses Auslesen der Daten wenig Sinn. Facebook kennt die Macht des europäischen Marktes, der einen erheblichen Anteil am Werbeeinkommen sichert und hat darüber hinaus einen Firmensitz in Dublin, der sie an die europäischen Datenrichtlinien bindet. Die Mitglieder hinterlassen hingegen über die
Anwendungen und
Likes genug verwertbare Informationen.
Bin ich nicht auf Facebook angemeldet, sind meine Daten sicher und niemand kann mich ausspionieren.
Facebook weiß weit mehr über nicht angemeldete Mitglieder, als es scheint. Wenn dich auch nur ein einziges Mitglied eingeladen hat, haben sie deine Mailadresse, kennen vielleicht auch deine Firma und wissen, wer deine Kollegen sind und wo du arbeitest. Vielleicht ist bei deinen Bekannten von dir die Rede, vielleicht werden Fotos von dir hochgeladen – ohne, dass du es bemerkst.
Wie gefährlich sind die apps wirklich?
Man sollte sie
mit Vorsicht genießen. Die Frage sollte lauten: Wer bietet was wofür an? Wenn der Deal klar erkennbar und zumutbar für dich und deine Freunde ist, dir einen ausreichenden Mehrwert bietet – dann mag die Nutzung in Ordnung sein. Wenn der Anbieter dem europäischen Datenschutz unterliegt, ist das positiv zu bewerten. Wenn du unerhört vielen Dingen zustimmen musst, um die Applikation zu nutzen – ist das schlecht. Bedenke außerdem, dass du regelmäßig unbenutzte oder störende
Apps / Anwendungen in deiner Privatsphäre löschen solltest. Denn du räumst fast jeder Applikation Rechte ein, die du später einmal bereuen könntest. Besonders dumm kommt die
Geburtstagskalender App daher – viele denken, dass sie sowas brauchen, dabei kann die App nicht mehr, als der ohnehin für jeden verfügbare Facebook eigene Kalender.
Mit dem Lehrer oder Chef befreundet sein?
Man kann jeden Kontakt bestätigen, den man als sinnvoll erachtet. Für die unterschiedlichen Privat- bzw. Vertraulichkeitsgrade sollte man sich
Listen anlegen. Wobei man niemals Dinge auf Facebook posten sollte, deren Veröffentlichung oder Weitergabe an Dritte ein Problem darstellen könnten. Wichtig ist es, sich mit der Nutzung der Listen auszukennen und diese regelmäßig zu pflegen. Es sei empfohlen, nicht die Bezeichnungen “Familie” oder “Freunde” zu nehmen, denn diese sind von Facebook vordefiniert, was zu Verwirrung führen kann bei der Rechtevergabe.
Er oder sie nervt!
Es kann passieren, dass uns jemand durch seine häufigen oder dummen Updates und Spiele nervt. Oder dass mich die Benachrichtigungen von einer sehr lebhaften Gruppe stören. Die gute Nachricht: Alles ist individuell regulierbar. Einfach bei der betreffenden Person rechts oben auf Abbonnement gehen und abbestellen oder reduzieren, was stört. Sie wird es nie erfahren!
Facebook “tut Dinge”
Kontaktanfragen erscheinen deinen Freunden als bestätigte Kontakte, sofern du die Kontaktanfrage nicht abgelehnt sondern nur ignoriert oder zurückgestellt hast. Übrigens stubst Facebook gelegentlich eigenmächtig Personen an, damit diese stärker oder erneut interagieren. Oder es ist nur ein merkwürdiger technischer Fehler, der das anstubsen bewirkt

. Wirklich ärgerlich dagegen: Facebook nimmt sich heraus, moralische Vorgaben zu machen – die wir für zweifelhaft halten. Vermeintlich anzügliche Bilder (keine Nippelbilder, wohlgemerkt) werden genauso entfernt und abgemahnt wie
Fotos von sich küssenden Männern. Auch der
Spiegel Online greift dieses Thema endlich auf.
Thomas Schwenke von
Schwenke & Dramburg Rechtsanwälte sagt dazu:
“In Kalifornien, dem Sitz von Facebook, wurde das Verbot der Homo-Ehe erst kürzlich für verfassungswidrig erklärt. In den Nutzungsbedingungen von Facebook steht “Du wirst keine Inhalte posten, die: verabscheuungswürdig, bedrohlich oder pornografisch sind, zu Gewalt auffordern oder Nacktheit sowie Gewalt enthalten.” Wenn der hier verlinkte Beitrag zutrifft – auf welcher Grundlage hat Facebook diese Entscheidung getroffen? In Deutschland wäre das ein Verstoß gegen § 19 AGG. ”
Time of my life… oder: Die Facebook Timeline
Eigentlich gibt es hierzu
wenig zu sagen, außer:
“Die Timeline oder Chronik (deutsch) ist erstmal keine Lebenslinie. Denn Kinderbilder, Schulfotos und erste Partner erscheinen nicht automatisch, auch die muss man erstmal eingegeben haben. Ein “gläserner Mensch” wird man also nicht – erst Recht nicht durch eine Layout-Umstellung! Was man bisher im Profil sah, sieht man jetzt (besser angeordnet und leichter navigierbar) in der Timeline. Nicht mehr und nicht weniger.” schreibt Nepi in seinem Blog.
Damit kann das Unternehmen dann noch zielgenauer werben. Gut für uns, denn Facebook bleibt kostenfrei! Gut, oder?
“Wer ganz sicher gehen will, dass er in Sachen Privatsphäre keine bösen Überraschungen erlebt, muss sich in die verschachtelten Einstellungen des sozialen Netzwerks begeben.” So steht auf
t3n.de geschrieben:
“Damit ihr euch dort nicht verirrt, zeigen wir euch, wie ihr eure Privatsphäre auch mit aktivierter Facebook Chronik schützt.” An das neue Design wird man sich gewöhnen und das neue Cover-Design sicher gerne nutzen. Die
Süddeutsche.de hat hierzu einen netten Beitrag verfasst.
Kettenbriefe, Spam und Polizeimeldungen
Dagegen sind die Aufrufe einiger Polizeidienststellen durchaus Ernst zu nehmen. Es handelt sich derzeit noch um Pilotprojekte (derzeit in Meckpomm, Niedersachsen, Hamburg), aber die Erfahrungen der Polizei sprechen bislang für sich.
Feedback oder Ergänzungen gerne hier posten – und wer noch weitere Fragen hat, ist bei unseren
Experten gut (und wie immer kostenfrei) beraten!
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